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Geschichten vom Gleichgewicht: Biodiversität und Naturschutz in Tansania – „Eastern Arc Expedition“.

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Von den uralten Wäldern der Nguru Mountains bis zur wilden Savanne des Mkomazi-Nationalparks.

Tansania beherbergt einige der außergewöhnlichsten und empfindlichsten Ökosysteme Ostafrikas. Diese Expedition führte uns von den alten Bergwäldern des Eastern Arc bis zu den trockenen Ebenen des Mkomazi-Nationalparks, durch Gebiete, in denen Artenvielfalt, wissenschaftliche Forschung und Naturschutz in einem äußerst empfindlichen Gleichgewicht miteinander koexistieren

Das Tagebuch von Davide und Emma

TAG 1 – Ankunft in Daressalam: der erste Kontakt mit Ostafrika

Die Ankunft in Dar es Salaam markiert den plötzlichen Übergang von der europäischen Kälte zur intensiven Feuchtigkeit des tropischen Afrikas. Der chaotische Verkehr, die Rufe der Muezzine und der Geruch des Indischen Ozeans verändern die Atmosphäre der Reise schlagartig.

Die Stadt ist nur ein Ausgangspunkt: Das eigentliche Ziel der Expedition ist es, die abgelegenen Berge des Eastern Arc zu erreichen, eines der biologisch bedeutendsten Gebiete des afrikanischen Kontinents. Am Abend wird gemeinsam mit dem lokalen Forschungsteam die Ausrüstung vorbereitet und die logistischen Abläufe geplant.

TAG 2 – Auf dem Weg zu den Nguru-Bergen: tief im Regenwald

Sobald man die Küste hinter sich lässt, verändert sich die Landschaft rasch. Die städtischen Ebenen weichen ländlichen Dörfern, Plantagen und immer dichter werdenden Wäldern, bis man schließlich am Fuße der Nguru-Berge ankommt.

Diese abgelegenen Berge beherbergen endemische Arten, die sich dank der geografischen Isolation und der konstanten Feuchtigkeit der Bergwälder über Millionen von Jahren hinweg entwickelt haben. Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur, und Nebel hüllt die Vegetation nach und nach ein.

Am Abend beginnen die ersten nächtlichen Forschungsaktivitäten, die unerlässlich sind, um Amphibien und Reptilien zu beobachten, die tagsüber kaum zu sehen sind.

TAG 3 –  Mitten im Bergwald

Die Erkundung geht auf den Pfaden des Regenwaldes weiter. Jedes Element des Unterholzes – umgestürzte Stämme, feuchte Rinde und kleine Wasserlachen – verwandelt sich in einen lebensreichen Mikrolebensraum.

Neben der Artenvielfalt sind jedoch auch Spuren des anthropogenen Drucks zu erkennen: Abholzung und Umwandlung in Ackerland zerreißen langsam die Kontinuität des Regenwaldes.

Mit Einbruch der Nacht verändert der Wald sein Gesicht. Nur von Stirnlampen beleuchtet, bewegt man sich zwischen dem Zirpen der Insekten, der Feuchtigkeit und der dichten Vegetation auf der Suche nach Chamäleons, Laubfröschen und kleinen Geckos, die sich zwischen den Blättern verstecken.
.

TAG 4 –  Naturschutz und lokale Gemeinschaften

Der vierte Tag ist den Randgebieten des Waldes gewidmet, wo die Grenze zwischen Natur und menschlicher Präsenz äußerst schmal wird.

Beim Durchqueren kleiner Bergdörfer wird eine grundlegende Tatsache deutlich: Naturschutz kann nicht ohne die direkte Einbindung der lokalen Gemeinschaften existieren, die in diesen Gebieten leben und von den Waldressourcen abhängig sind.

Zwischen den Bäumen des Baumkronendachs lassen sich tropische Vögel und kleine Primaten beobachten, während der Abendnebel die letzte nächtliche Erkundung noch eindrucksvoller und surrealer macht.

TAG 5 – Von den Bergen in die Savanne: Ankunft im Mkomazi-Nationalpark

Beim Verlassen der Nguru-Berge verändert sich die Landschaft radikal. Der Tropenwald verschwindet allmählich und wird von der halbtrockenen Savanne im Nordosten Tansanias abgelöst.

Die Ankunft im Mkomazi-Nationalpark führt in eine völlig andere Umgebung: Akazien, Staub, intensive Hitze und weite, offene Flächen lösen die Feuchtigkeit des Bergwaldes ab. Im Hintergrund dominiert der Kilimandscharo den Horizont.

Beim ersten Betreten des Parks lassen sich Giraffen, Antilopen und zahlreiche Raubvögel beobachten, die über der Savanne fliegen.

TAG 6 –  Die Tierwelt des Mkomazi und die Trockenökosysteme

Im Morgengrauen wirkt die Savanne still und regungslos. Die roten Pfade durchziehen Landschaften, die von langen Dürreperioden und plötzlichen Regenfällen geprägt sind.

Im Laufe des Tages lassen sich Elefanten, Zebras, Strauße und Raubvögel bei der Jagd beobachten – Symbole der großartigen Tierwelt Ostafrikas.

Auch hier zeigt sich das empfindliche Gleichgewicht zwischen Naturschutz und menschlichem Druck: Weidewirtschaft, Umweltzerstückelung und Klimawandel verändern die umliegende Landschaft weiterhin tiefgreifend.

Tag 7 – Rückkehr an die Küste und Abschluss der Expedition

Der letzte Tag markiert die Rückkehr nach Dar es Salaam und bietet Gelegenheit, über die starken Kontraste nachzudenken, die wir auf dieser Reise erlebt haben: von den uralten Wäldern des Eastern Arc bis zu den trockenen Ebenen im Norden Tansanias.

Die Expedition hat gezeigt, wie eng die afrikanische Artenvielfalt mit der Fragilität der Lebensräume verbunden ist, in denen sie beheimatet ist. Die Nguru Mountains und der Mkomazi-Nationalpark sind nicht nur abgelegene Reiseziele, sondern echte Symbole für die komplexe Beziehung zwischen Naturschutz, lokalen Gemeinschaften und Klimawandel.

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